Diagnostik – wie wird eine EBV-Infektion festgestellt?

Diagnostik – wie wird eine EBV-Infektion festgestellt?

Bei einem Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber spielen zunächst die bestehenden Symptome eine Rolle. Da viele von ihnen jedoch unspezifisch in Erscheinung treten und sich auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen entwickeln, geben sie keinen zuverlässigen Hinweis auf das Epstein- Barr-Virus. Um eine gesicherte Diagnose stellen zu können, wird der Arzt also verschiedene Maßnahmen ergreifen. Letztendlich kann eine zuverlässige Diagnose erst nach der Erstellung von bestimmten Blutwerten erfolgen.

Symptome, die zur Diagnose herangezogen werden

Beim Pfeifferschen Drüsenfieber zeigen sich diverse Symptome, die allerdings nicht bei jedem Betroffenen in Erscheinung treten. Dazu gehören als Leitsymptom geschwollene Lymphknoten. Sie gelten als das klassische Symptom beim Pfeifferschen Drüsenfieber und entstehen unter den Armen, in der Leistenregion oder direkt am Hals. Die Anschwellung erfolgt meistens extrem schnell, und nicht selten erreicht sie eine bemerkenswerte Größe in Form einer Pflaume.

Gleichzeitig kommt es bei der Mehrzahl derer, bei denen Lymphknotenschwellungen auftreten, zu einer Monozytenangina. Hierbei kommt es durch die mit dem EBV infizierten B-Lymphozyten zu einer Entzündung der Rachenmandeln (Tonsillen). Die Symptome äußern sich durch stark geschwollene und gerötete Mandeln, die von grau-weißen Belegen überzogen sind. Die Monozytenangina bildet sich in der Regel nach einer Woche zurück. Bei 50 % der Patienten mit Pfeifferschem Drüsenfieber tritt eine Vergrößerung der Milz auf.

Weitere häufige Symptome sind verminderter Appetit, Müdigkeit und Übelkeit, gleichzeitig können auch Fieber, Kopfschmerzen und Halsschmerzen auftreten. All diese Symptome reichen nicht aus, um eine sichere Diagnose des Pfeifferschen Drüsenfiebers stellen zu können, denn viele von ihnen sind auch typisch für andere Infekte, die viralen oder bakteriellen Ursprungs sind.

Ultraschalluntersuchung

Bei einem Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber sollte eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs erfolgen. Diese ist wichtig, um Schwellungen oder Risse an den Organen wie insbesondere der Leber und der Milz zu erkennen.

Allerdings ist hier bei der Diagnostik besondere Vorsicht geboten, denn die vergrößerten Lymphknoten und die vergrößerte Milz bilden sich zumeist erst in der zweiten Krankheitshälfte aus. So kann es sein, dass dem Arzt zum Zeitpunkt der Patientenvorstellung noch keine Symptome wie eine Vergrößerung von Lymphknoten und der Milz auffallen, obwohl das Pfeiffersche Drüsenfieber vorliegt.

Blutbild

Für die sichere und eindeutige Diagnostik des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist es unerlässlich, ein großes Blutbild zu erstellen. Hier sollte man den Antikörpern und den Leukozyten besondere Aufmerksamkeit schenken. So zeigt sich beim Pfeifferschen Drüsenfieber eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen, der sogenannten Lymphozyten. Typisch für das Pfeiffersche Drüsenfieber gilt ein Anstieg von über 10.000 Zellen pro Mikroliter. Darüber hinaus weist das Blutbild bei einigen Patienten erhöhte Leberwerte auf.

Anhand einer Blutuntersuchung können verschiedene Typen von Antikörpern nachgewiesen werden, die das Immunsystem gegen das EBV gebildet hat. Hierdurch ist es auch möglich, eine akute von einer bereits abgelaufenen Infektion zu unterscheiden. Während zu Beginn der Erkrankung IgM-Antikörper (Immunglobulin M) auftreten, sind es zum späteren Zeitpunkt die IgGAntikörper (Immunglobulin G).

Weitere Hinweise auf das Pfeiffersche Drüsenfieber ergeben Antikörper gegen das sogenannte EBNA-IgG, womit ein EBV-spezifisches nukleares Antigen gemeint ist. Da diese Variante der Antikörper erst nach einigen Monaten nach der Infektion gebildet werden, kann durch diesen Wert ein abgelaufenes Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert werden. Gleichzeitig bedeutet ein Nachweis von EBNA-IgG, dass derzeit keine akute Infektion vorliegt. Aufgrund der insbesondere bei Krankheitsbeginn zeitverzögerten Präsenz der Antikörper kann es erforderlich werden, die Blutuntersuchungen zu wiederholen.

Lesen Sie mehr in unserem Ratgeber für Betroffene “Das unterschätzte Epstein-Barr-Virus”

Epstein Barr Virus